Kreditkarten-Gebühren im Ausland: So zahlst du weniger

Drei Wochen Fernreise, jeden Tag mit Karte bezahlt, und auf der Abrechnung stehen am Ende 140 Euro mehr, als du ausgegeben hast. Das liegt selten an einem Anbieter, sondern fast immer daran, dass mehrere Gebührenarten gleichzeitig zuschlagen und keine davon auf der Quittung auftaucht.

Diese sechs Kostenpunkte solltest du kennen, bevor du das nächste Mal ins Nicht-Euro-Ausland fährst.

1. Das Fremdwährungsentgelt

Der wichtigste Posten und der am häufigsten übersehene. Das Fremdwährungsentgelt, je nach Bank auch Auslandseinsatzentgelt oder Currency Conversion Fee genannt, fällt an, sobald du in einer anderen Währung als Euro bezahlst.

Zwei Punkte dazu, die regelmäßig verwechselt werden:

  • Es geht um die Währung, nicht um das Land. In Frankreich, Spanien oder Portugal zahlst du nichts, weil dort in Euro abgerechnet wird. In der Schweiz, in Schweden oder in Großbritannien dagegen schon.
  • Es gilt auch online. Ein Einkauf bei einem US-Shop in Dollar löst die Gebühr aus, obwohl du zu Hause auf dem Sofa sitzt.

Typische Sätze liegen zwischen 1,5 und 2,5 Prozent des Umsatzes. Bei 3.000 Euro Ausgaben im Urlaub sind das 45 bis 75 Euro, nur für den Währungswechsel.

2. Die Gebühr fürs Bargeldabheben

Der zweite Block, der auch innerhalb des Euroraums anfällt. Hier kommen bis zu drei Posten zusammen: die Gebühr der eigenen Bank, das Automatenentgelt des Betreibers und, falls es sich um eine Fremdwährung handelt, zusätzlich das Fremdwährungsentgelt.

Kostenpunkt Typische Höhe Vermeidbar?
Abhebegebühr der eigenen Bank 2 bis 4 % oder 5 bis 10 € pauschal ja, mit passender Karte
Automatenentgelt vor Ort 0 bis 6 € teils, durch Bankautomaten statt Kioskgeräte
Fremdwährungsentgelt 1,5 bis 2,5 % ja, mit passender Karte
Sollzinsen ab Abhebetag 10 bis 20 % p. a. ja, durch sofortigen Ausgleich

Die letzte Zeile trifft nur Kreditkarten mit Kreditrahmen. Bei vielen Karten werden Barverfügungen ab dem ersten Tag verzinst, auch wenn du den Betrag pünktlich zurückzahlst.

Ein Vergleich der Gebühren verschiedener Kreditkarten zeigt schnell, wie groß die Unterschiede hier sind: Einige Karten rechnen weltweit ohne Fremdwährungsentgelt ab und ermöglichen kostenloses Abheben, andere verlangen für dieselbe Transaktion mehrere Prozent. Nimm im Zweifel wenige große Abhebungen statt vieler kleiner, wenn deine Karte pauschal abrechnet.

3. Die dynamische Währungsumrechnung

Die teuerste Falle und die einzige, bei der du aktiv zustimmst. Am Automaten oder am Kartenterminal erscheint die Frage, ob in Landeswährung oder in Euro abgerechnet werden soll. Die Euro-Variante klingt bequem und kostet 3 bis 12 Prozent Aufschlag.

Der Grund: Bei dieser dynamischen Währungsumrechnung legt nicht deine Bank den Kurs fest, sondern der Betreiber des Terminals. Er darf ihn frei wählen und tut das zu seinen Gunsten.

Die Regel ist deshalb einfach und gilt ohne Ausnahme: Immer in Landeswährung abrechnen. Auch wenn das Display warnt, auch wenn der Kellner es anders empfiehlt.

4. Die Jahresgebühr

Der offensichtlichste Posten und der, auf den sich die meisten Vergleiche konzentrieren. Zwischen 0 und 120 Euro ist alles am Markt.

Rechne hier nicht nach dem Preis, sondern nach dem Nutzen. Eine Karte für 60 Euro im Jahr, die weltweit ohne Fremdwährungsentgelt abrechnet, ist für jemanden mit 4.000 Euro Auslandsumsatz billiger als eine kostenlose Karte mit 1,75 Prozent Aufschlag.

Die Schwelle lässt sich ausrechnen: Jahresgebühr geteilt durch den Gebührensatz der kostenlosen Alternative ergibt den Umsatz, ab dem sich die teurere Karte lohnt. Bei 60 Euro und 1,75 Prozent sind das rund 3.430 Euro.

5. Der Wechselkurs selbst

Zwischen dem Referenzkurs und dem, was auf deiner Abrechnung landet, liegt ein Aufschlag, den die Kartennetzwerke erheben. Visa und Mastercard veröffentlichen ihre Kurse täglich, die Unterschiede zwischen beiden sind gering, aber vorhanden.

Wichtiger ist der Zeitpunkt der Buchung. Kartenzahlungen werden nicht am Tag des Kaufs, sondern am Tag der Verarbeitung umgerechnet, meist ein bis drei Tage später. Bei schwankenden Kursen macht das ein bis zwei Prozent aus, in beide Richtungen.

Darauf hast du keinen Einfluss. Es ist aber der Grund, warum die Abrechnung selten exakt dem entspricht, was du am Terminal gesehen hast.

6. Die Nebenkosten, die niemand nennt

Zum Schluss vier kleinere Posten, die sich summieren:

  1. Ersatzkarte im Ausland, 50 bis 150 Euro plus Kurierkosten.
  2. Rückbuchung einer Fremdwährungstransaktion, oft mit erneutem Fremdwährungsentgelt belastet.
  3. Nichtnutzungsgebühr bei einzelnen Anbietern, wenn die Karte im Jahr kaum eingesetzt wird.
  4. Verzugszinsen, wenn die Abrechnung im Urlaub übersehen wird.

Punkt vier trifft überraschend viele. Wenn du drei Wochen unterwegs bist und die Abrechnung in dieser Zeit fällig wird, richte vorher einen Lastschrifteinzug ein.

Was in der Eurozone gilt

Innerhalb des Euroraums entfallen die beiden größten Posten. Kartenzahlungen kosten dort nichts, weil keine Währungsumrechnung stattfindet, und für das Abheben am Automaten gelten die Gebühren deiner Bank wie im Inland.

Das gilt auch für Länder, die den Euro nutzen, ohne in der EU zu sein, etwa Monaco oder Montenegro. Und es gilt nicht für EU-Länder mit eigener Währung: In Polen, Tschechien, Ungarn, Schweden oder Dänemark zahlst du das volle Fremdwährungsentgelt.

So zahlst du im Ausland am wenigsten

  • Zwei Karten mitnehmen, getrennt aufbewahren, idealerweise Visa und Mastercard.
  • Eine davon sollte ohne Fremdwährungsentgelt und ohne Abhebegebühr abrechnen.
  • Am Automaten und am Terminal immer die Landeswährung wählen.
  • Bargeld in wenigen größeren Beträgen abheben, nicht in vielen kleinen.
  • Kartenzahlung dem Bargeld vorziehen, solange die Karte keine Fremdwährungsgebühr erhebt.
  • Vor der Abreise das Limit prüfen und die Reise bei der Bank ankündigen.

Wer diese sechs Punkte beachtet, kommt bei einer dreiwöchigen Fernreise mit unter 20 Euro Gebühren aus statt mit 140. Der Unterschied liegt fast vollständig in der Kartenwahl und in der Antwort auf die Frage nach der Abrechnungswährung.

Grundlagen zum bargeldlosen Zahlungsverkehr und zu den Regeln dahinter stellt die Deutsche Bundesbank bereit.

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